Die Billerbeck im neuen Bett
Landkreis Lüneburg
Kategorie:
Arten- und Biotopschutz
Schlagworte:
Renaturierung, Freie Entfaltung des Gewässerlaufs, Vielfältiger Lebensraum
Projektlaufzeit:
Jul. 2009 bis Jul. 2011
Partner:
Land Niedersachsen, Kooperative Grundeigentümer, Förderrichtlinie "Natur und Landschaftsentwicklung"
Förderer:
Gewässerrandstreifenprogramm (2009), Europäischer Landwirtschaftsfond
Die Billerbeck im neuen Bett
Der Landkreis Lüneburg hat am westlichen Ortsausgang der Gemeinde Melbeck umfangreiche Maßnahmen zur Renaturierung der Billerbeck durchgeführt. Teile des baches haben dadurch eine völlig neue Gewässerstruktur erhalten.
Die Neugestaltung des Gewässerlaufs hat die Länge der Billerbeck im betroffenen Abschnitt mehr als verdoppelt. Fortan können sich Bachforellen, Neunaugen, Groppen und andere Fische in der Billerbeck frei bewegen. Schnell fließende und langsamere Abschnitte wechseln sich ab und ermöglichen nun das Leben und Laichen unterschiedlichster Arten. Rund um die Billerbeck ist ein vielfältiger Lebensraum entstanden. Zum Teil sollen Auwald- bzw. Bruchwaldbereiche in periodisch überfluteten Flächen wachsen und in weiteren Geländeabschnitten soll sich artenreiches Grünland entwickelt.
Da der neue Bachlauf zunächst erhebliche Erosionsfrachten mobilisierte, wurden zwei Sandfänge eingerichtet, die in den nächsten Jahren „zusedimentieren“ und Teil des natürlichen Gewässerlaufes werden sollen. Für das Mündungsgewässer der Billerbeck, dem Mühlenbach bei Barstedt, ist eine seitliche Hochwasser-Entlastungsrinne geschaffen worden. Nördlich der neuen Billerbeck entstand eine mehrere 1.000 m² große Wasserfläche mit strukturreichen Uferabschnitten sowie unterschiedlichen Wassertiefen. Dieses Gewässer nimmt zum Teil auch Oberflächenwasser aus den Straßengräben auf, die früher direkt in die Billerbeck geflossen sind. Kleine „Krötentümpel“ und Kleinstgewässer sind weitere Strukturelemente der Auelandschaft.
Mit Hilfe des gelösten Bodenmaterials entstand eine neue Talrand-Terrasse. Sie bietet einen guten Überblick über das Gelände, so dass auch dem „Natur erleben“ Rechnung getragen wird.


