Amphibienschutz am Seilersee
Stadt Iserlohn
Kategorie:
Arten- und Biotopschutz
Schlagworte:
Amphibien, Naherholungsbebiet
Projektlaufzeit:
Frühjahr 2009 bis fortlaufend
Partner:
Ehrenamtlicher Naturschutz
Kontakt:
Stadt Iserlohn
Umwelt- und Klimaschutz
Patricia White
Im stark frequentierten Naherholungsgebiet Seilersee und hier speziell im Bereich des sogenannten ‚Fontänen Teichs‘ (unterer Seilersee) blieb dank jahrelanger ehren-amtlicher Tätigkeit zweier Amphibienexperten eine Amphibienpopulation erhalten.
Seit 2009 wurde ein mobiler Krötenschutzzaun am ‚Fontänen Teich‘ durch den Naturschutzbund (NABU) Märkischer Kreis aufgestellt und durch Ehrenamtliche betreut. Die Betreuung umfasste morgens und abends das Einsammeln und über die Straße Tragen der Amphibien.
Die fachliche Dokumentation durch eine der ehrenamtlichen Privatpersonen hat den Nachweis erbracht, dass sich die Population z.B. der Erdkröte bis zum Jahr 2017 auf ca. 2.800 Tiere verdreifacht hat.
Mit der im Jahr 2019 begonnenen baulichen Erweiterung eines dort ansässigen Hotels wurde eine starke Zunahme des Individualverkehrs erwartet. Damit einhergehend konnte eine deutliche Erhöhung der Verluste von Tieren durch Überfahren prognostiziert werden.
Im Rahmen der baurechtlichen Eingriffsregelung wurde als Kompensationsmaßnahme der Bau eines Amphibienschutzsystems durchgeführt. Im Frühjahr 2021 konnte die Maßnahme fristgerecht vor Beginn der Amphibienwanderung abgeschlossen werden. 2021 und 2022 konnte beeindruckend gezeigt werden, dass die Anlage sehr gut angenommen wird. Ein witterungsbedingt tagsüber stattfindender „Froschregen“ mit Tausenden von winzigen Kröten zeigte 2022, dass noch kleinere Anpassungen an die örtlichen Gegebenheiten nötig sind. Dies soll im Rahmen eines „Masterplans“ erfolgen, der für das komplette Seeareal erstellt wird.
Die beiden privaten Hauptprojektpartner werden in den kommenden Jahren ein Monitoring zur Akzeptanz und Funktionalität der Amphibienschutzanlage durchführen.
Die Lebensbedingungen der Population sollen durch Sicherung und Unterschutzstellung der Flächen im Umfeld des Amphibienschutzsystems stabilisiert werden. Hierzu fanden 2019 erste Gespräche mit der Unteren Naturschutzbehörde des Märkischen Kreises statt.


